{"id":572,"date":"2021-12-04T00:18:36","date_gmt":"2021-12-03T22:18:36","guid":{"rendered":"https:\/\/probahn-ol-hb.de\/?page_id=572"},"modified":"2023-10-08T17:14:18","modified_gmt":"2023-10-08T15:14:18","slug":"tarifreform-im-vbn","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/probahn-ol-hb.de\/?page_id=572","title":{"rendered":"Tarifreform im VBN"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-vivid-cyan-blue-color has-text-color\"><em><strong>Bitte beachten: Dieser Text muss \u00fcberarbeitet werden und stellt einen Stand noch vor Einf\u00fchrung des Deutschlandtickets dar. Insbesondere die Vereinfachung des Tarifsystems sowie eine Senkung der Kosten f\u00fcr viele Bahnreisende wurden damit bereits erreicht. Jedoch gibt es weiterhin an vielen Stellen Handlungsbedarf im Detail.<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Tarifsystem im \u00f6ffentlichen Personenverkehr ist \u00fcberaus kompliziert. Neben dem Normalpreis der Deutschen Bahn gibt es zahlreiche Verkehrsverb\u00fcnde mit eigenen Tarifen, landesweite Tarife wie den Niedersachsentarif, unz\u00e4hlige verg\u00fcnstigte Angebote sowie noch zahlreiche individuelle Tarife auf lokaler Ebene oder bei einzelnen Busunternehmen. Kein Vergleich mit L\u00e4ndern wie der Schweiz, wo im \u00f6ffentlichen Personenverkehr seit langem \u00fcberall derselbe Tarif gilt &#8211; unabh\u00e4ngig von Verkehrsmittel und -unternehmen. <\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem sind gerade Fahrkarten f\u00fcr Gelegenheitsfahrer abschreckend teuer. Insgesamt legten die Fahrpreise im Nahverkehr <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/224088\/umfrage\/preisentwicklung-im-deutschen-personenverkehr\/\">laut Statistischem Bundesamt<\/a> zwischen 2016 und 2020 um insgesamt knapp 16 % zu. Das \u00fcbertrifft die allgemeine Inflationsrate bei weitem und lockt die Fahrg\u00e4ste nicht gerade in Busse und Bahnen. So kostet eine Hin- und R\u00fcckfahrt von Oldenburg nach Bremen ohne Erm\u00e4\u00dfigung bereits \u00fcber 17 \u20ac f\u00fcr eine Person, bereits bei zwei Personen lohnt sich ein Niedersachsen-Ticket f\u00fcr 28 \u20ac. Veranschlagt man 30 Cent pro Kilometer f\u00fcr ein durchschnittliches Auto, ist man bereits bei drei Insassen deutlich g\u00fcnstiger und flexibler unterwegs.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in unserem Verbandsgebiet gibt es also einiges zu verbessern. PRO BAHN hat sich deswegen verschiedene Forderungen f\u00fcr den Verkehrsverbund Bremen\/Niedersachsen \u00fcberlegt, die die Tarife kurzfristig \u00fcbersichtlicher und vor allem attraktiver werden.den:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table aligncenter\"><table><tbody><tr><td><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Ma\u00dfnahme<\/span><\/strong><\/td><td><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Begr\u00fcndung<\/span><\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Anerkennung der BahnCard 25 in allen Verkehrsmitteln im VBN-Gebiet (25 % Rabatt auf Regeltarif)<\/td><td>Dadurch sinkt das allgemein zu hohe Preisniveau f\u00fcr BahnCard-Nutzer, und es werden neue Fahrg\u00e4ste gewonnen. Bislang ist der Besitz einer BahnCard f\u00fcr Fahrg\u00e4ste, die zwar viel fahren, sich aber haupts\u00e4chlich im VBN-Gebiet bewegen, praktisch nutzlos.<\/td><\/tr><tr><td>Luftlinientarif auf bestimmten Strecken<\/td><td>Derzeit zahlt man f\u00fcr die Fahrt zwischen zwei Orten teilweise unterschiedliche Preise je nach Fahrtweg. Das ist unattraktiv und verursacht unfreiwilliges Schwarzfahren bei Unkenntnis dieser Situation. Dies betrifft z. B. die Verbindungen Oldenburg &#8211; Elsfleth, Oldenburg &#8211; Wildeshausen f\u00fchrt aber auch zu unlogischen Situationen etwa, wenn man von Bremen-Farge nach Bremen Hbf will und weniger zahlen muss, als vom deutlich n\u00e4her gelegenen Berne.<\/td><\/tr><tr><td>Attraktiver Kurzstreckentarif<\/td><td>Der jetzige Kurzstreckentarif ist \u00fcberteuert und unattraktiv, weil er nur f\u00fcr drei Stationen gilt und z. B. in Oldenburg 1,50 \u20ac kostet. Damit legt man aufgrund der kurzen Haltestellenabst\u00e4nde meist kaum einen Kilometer Fahrtstrecke zur\u00fcck. Eine \u00dcberarbeitung ist dringend notwendig.<\/td><\/tr><tr><td>Mitfahrerticket f\u00fcr eine weitere Person zu 1 \u20ac<\/td><td>Gerade im st\u00e4dtischen Busverkehr sind Einzelfahrscheine bezogen auf die gefahrene Strecke von  oft unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig teuer. In Oldenburg kostet eine einzelne Fahrt etwa 2,55 \u20ac. Wer z. B. aus dem Stadtteil Eversten in die Innenstadt m\u00f6chte, um dort einzukaufen und vielleicht noch einen Kaffee zu trinken, zahlt hin und zur\u00fcck 5,10 \u20ac, zu zweit sogar 10,20 \u20ac. Die Wegstrecke betr\u00e4gt jedoch je Richtung nur rund vier Kilometer. Bei 30 Cent pro Kilometer und 3,00 \u20ac f\u00fcr Parkgeb\u00fchren ergibt das mit dem Auto dagegen nur 5,40 \u20ac, also gut die H\u00e4lfte.<br>Rein rational ist eine Nutzung des Busses hier nicht vertretbar. Ein Mitfahrertarif, bei dem eine Person voll und wenigstens der erste Mitfahrer nur einen stark erm\u00e4\u00dfigten Pauschalpreis von 1 \u20ac zahlt, k\u00f6nnte hier die Nutzung des \u00d6PNVs deutlich attraktiver machen. In besagtem Beispiel l\u00e4ge der Preis dann hin und zur\u00fcck bei 7,10 \u20ac statt 10,20 \u20ac. Ist alles binnen 90 Minuten erledigt, kann man in Oldenburg sogar mit einer Fahrkarte zur\u00fcckfahren. Dann ist man mit 3,55 \u20ac dabei und deutlich g\u00fcnstiger als mit dem Auto.<\/td><\/tr><tr><td>Abo-Beginn im Monat, flexible Laufzeiten<\/td><td>Bislang m\u00fcssen Abonnements wie Monatskarten immer ab Beginn eines Monats gekauft werden. Kundenfreundlicher ist es stattdessen, die Karten immer genau einen Monat laufen zu lassen, und den G\u00fcltigkeitsbeginn nach Wunsch auf einen beliebigen Tag zu legen. Das kann der Monatserste sein, aber auch z.B. der Monatssiebte. Eine solche Monatskarte w\u00fcrde dann etwa vom 07.04. bis einschlie\u00dflich 06.05. gelten.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-element-caption\"><span style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\"><em>Kurzfristige Forderungen an eine regionale Tarifreform im VBN<\/em><\/span><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Daneben gibt es auch eine Reihe eher langfristiger Forderungen, die grunds\u00e4tzliche \u00c4nderungen mit sich bringen. F\u00fcr kurzfristig umsetzbar halten wir sie deswegen nicht, weil sie strukturelle \u00c4nderungen im Tarifgef\u00fcge und ggf. auch erhebliche Mindereinnahmen verursachen. Diese m\u00fcssen im Falle des VBN zun\u00e4chst langwierig zwischen dem Verband und den beteiligten Kommunen ausgehandelt werden. Vor allem m\u00fcssen die Kommunen von der Notwendigkeit derartiger Reformen \u00fcberzeugt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table aligncenter\"><table><tbody><tr><td><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Ma\u00dfnahme<\/span><\/strong><\/td><td><strong><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Begr\u00fcndung<\/span><\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Reduktion aller Preise um ein Drittel (Einzelfahrkarten, Gruppenkarten und Abonnements)<\/td><td>Das gesamte Preisniveau sollte insgesamt deutlich, mindestens um ein Drittel gesenkt werden &#8211; und zwar \u00fcber alle Fahrkarten hinweg. Durch die Reduktion wird es sich f\u00fcr deutlich mehr Menschen lohnen, sowohl im Gelegenheitsverkehr als auch zum Pendeln oder zu anderen regelm\u00e4\u00dfigen Anl\u00e4ssen Busse und Bahnen zu benutzen. Leider ist in Deutschland das Preisniveau im \u00f6ffentlichen Verkehr in den letzten Jahren wesentlich st\u00e4rker gestiegen als die Inflationsrate und auch schneller als die Kosten der Pkw-Nutzung. Dies gilt es zu korrigieren, wenn eine Verkehrswende gelingen soll, zumal der \u00d6PNV immer die im Vergleich zum Auto geringere Flexibilit\u00e4t ausgleichen muss.<\/td><\/tr><tr><td>365\u20ac-Jahreskarte<\/td><td>Verschiedene St\u00e4dte, allen voran Wien, haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, ein Jahresabo f\u00fcr 365 \u20ac anzubieten, mit dem im gesamten Stadtgebiet Busse und Stra\u00dfenbahnen benutzt werden k\u00f6nnen. Durch die Deckelung des Preises auf 365 \u20ac wurden zahlreiche neue Fahrg\u00e4ste angelockt, so dass sich sogar der niedrigere Preis amortisierte. Dies sollte auch bei uns versucht werden und jeweils f\u00fcr eine Tarifzone im VBN gelten. Bei l\u00e4ngeren Strecken \u00fcber mehrere Tarifzonen kann der Preis nat\u00fcrlich entsprechend h\u00f6her liegen. Die j\u00e4hrlichen Preissteierungen sollten sich im Rahmen der Inflationsrate bewegen.<\/td><\/tr><tr><td>Neuer Park&amp;Ride-Tarif<\/td><td>Im VBN gibt es derzeit keinen vern\u00fcnftigen Park&amp;Ride-Tarif; gerade Umstiege auf Stadtbusse und Stra\u00dfenbahnen werden dadurch unattraktiv, wenn man als Gelegenheitsnutzer den Normalpreis zahlen muss. Beispiel: Wer in Bremen-Huchting in die Stra\u00dfenbahn umsteigt, zahlt den normalen Einzeltarif von 2,85 \u20ac je Strecke, um in die Innenstadt zu gelangen. Bei einer vierk\u00f6pfigen Familie zahlt man zwar bei Nutzung des Tagestickets nicht 8 x 2,85 \u20ac = 22,80 \u20ac, sondern &#8222;nur&#8220; 17,00 \u20ac. Selbst wenn die Kinder noch klein sind, m\u00fcssen die beiden Eltern noch 11,00 \u20ac zahlen. Da ist es deutlich billiger, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren und es dort im Parkhaus abzustellen. Mehr als 7-8 \u20ac wird man daf\u00fcr selbst bei einem langen Einkaufsbummel nicht zahlen.<br>Wir fordern daher ein spezielles P&amp;R-Ticket, wie es beispielsweise in Groningen verkauft wird. Dort kann man mit bis zu f\u00fcnf Personen f\u00fcr nur 6,00 \u20ac mit dem Bus in die Stadt und wieder zum Parkplatz zur\u00fcckfahren. Das ist konkurrenzf\u00e4hig zu den Kosten, die ein Pkw verursacht.<\/td><\/tr><tr><td>Vereinfachung des Tarifsystems<\/td><td>Das Tarifsystem ist, wie bereits eingangs geschrieben, sehr komplex. Vielfach ist es ohne l\u00e4ngere \u00dcberlegung und tieferes Wissen gar nicht m\u00f6glich, den sinnvollsten Tarif f\u00fcr eine Fahrt auszuw\u00e4hlen, wenn man kein Zeitkarteninhaber ist. Hier sollte angesetzt und das Tarifangebot grunds\u00e4tzlich bereinigt werden. Zusammen mit der oben geforderten Reduktion aller Preise bedeutet das selbst bei Wegfall bestimmter Sondertarife immer noch eine breitangelegte Verbesserung.<\/td><\/tr><tr><td>Angepasste Fahrradtarife<\/td><td>Derzeit kostet ein Fahrradticket 2,00 \u20ac f\u00fcr bestimmte Tarifzonen oder 3,95 \u20ac f\u00fcr das Gesamtnetz. Das f\u00fchrt dazu, dass mitunter das Fahrradticket teurer als die Einzelfahrkarte oder wenigstens unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig teuer ist. Beispiel: Eine Kurzstreckenfahrt kostet 1,50 \u20ac (Oldenburg) und ist somit billiger als eine Fahrradkarte. Auch ein Einzelticket ist in Oldenburg mit 2,55 \u20ac nur unwesentlich teurer als eine Fahrradkarte. Hier sind Verbeserungen erforderlich; bei bestimmten Tickets k\u00f6nnte beispielsweise die Fahrradmitnahme als prozentualer Aufschlag erhoben werden.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Langfristige Forderungen f\u00fcr eine Umstrukturierung des VBN-Tarifmodells<\/span><\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diese Forderungen setzt sich PRO BAHN Oldenburger Land\/Bremen ein. Daneben gibt es noch einzelne andere Forderungen unseres Regionalverbands, die bundesweite Auswirkungen haben. So ist eine Vereinfachung des Tarifsystems nicht nur im VBN, sondern in ganz Deutschland erforderlich. Eigentlich m\u00fcsste es sogar ein einheitliches Tarifsystem wie in der Schweiz geben, das f\u00fcr alle Verkehrsmittel \u00fcberall gilt. Ebenfalls sollten Probe-Abos, z. B. bei der BahnCard, grunds\u00e4tzlich so gestaltet werden m\u00fcssen, dass sie sich nicht automatisch verl\u00e4ngern und in ein regul\u00e4res Abonnement umwandeln. Dies dien dem Verbraucherschutz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bitte beachten: Dieser Text muss \u00fcberarbeitet werden und stellt einen Stand noch vor Einf\u00fchrung des Deutschlandtickets dar. 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